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Ausgezeichnet mit dem Sonderpreis Energie bei "Jugend forscht": Schüler-/innen von Phorms Frankfurt im Interview

20.04.2026
  • Frankfurt

Eine ausgezeichnete Idee – im wahrsten Sinne des Wortes:
 Schülerinnen und Schüler von Phorms Frankfurt überzeugten beim  Regionalwettbewerb Rhein-Main-Ost von „Jugend forscht“ mit ihrem Projekt zur Energiegewinnung aus Kompost.
 

Zwei der Jugendlichen, Dana Dalal und Jack Parameswaran, qualifizierten sich damit für den Landeswettbewerb am 18. und 19. März in Darmstadt. Dort reichte es zwar nicht ganz für den Sieg, doch ihr Engagement und die Forschungsleistung wurden dennoch gewürdigt: Für das Projekt erhielt das Duo den Sonderpreis Energie, vergeben vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie. 
 

Im Interview erzählen Dana Dalal, Fineas Kirchner, Jack Parameswaran und Raphael Theil, warum Umweltschutz für sie eine wichtige Rolle spielt, welche Herausforderungen sie auf ihrem Weg zum Landeswettbewerb meistern mussten und warum sie am Ende doch immer drangeblieben sind. 
 

Wir sind neugierig: Wie seid ihr auf die Idee gekommen, Energie aus Kompost zu gewinnen?

Wir wollten gerne einen Beitrag zum Umweltschutz leisten, da uns das Thema sehr am Herzen liegt. Deshalb haben wir uns damit auseinandergesetzt, welche Umweltprobleme aktuell besonders drängend sind. Dabei sind wir auf Methanemissionen gestoßen, etwa aus Mülldeponien und Bioabfällen.

So entstand die Idee, Methan effizienter zu nutzen, es für den Privatgebrauch in Energie umzuwandeln und dadurch die Umweltbelastung zu verringern. Uns war außerdem wichtig, ein Thema zu wählen, das alltagsnah ist und viele Haushalte betrifft. Da Komposttonnen in Deutschland weit verbreitet sind, fanden wir den Ansatz spannend.
 

Ihr habt über einen Zeitraum von fast drei Jahren an eurer Idee geforscht, unterstützt von Audrey Schollier, Lehrerin für Physik und Chemie. Was waren in dieser Zeit die größten Herausforderungen?

Eine der größten Herausforderungen war es, unsere theoretischen Überlegungen in die Praxis zu übertragen. Gerade beim Bauen und Testen unserer Anlage haben wir gemerkt, wie viel Zeit das kostet und dass Rückschläge selbstverständlich dazugehören. Dazu kam, dass sich während der Recherche immer wieder neue Themenfelder ergeben haben, in die wir uns zusätzlich reinarbeiten mussten.


Gab es Momente, in denen ihr fast aufgegeben hättet?

Schon. Aber wenn es Schwierigkeiten gab, haben wir uns immer gefragt: Wie kann man das Problem anders angehen? Was können wir verändern, damit es funktioniert? Das hat uns geholfen, dranzubleiben.

Wenn wir nach einer herausfordernden Phase einen Durchbruch hatten, hat uns das immer wieder aufs Neue motiviert. Sehr wichtig war für uns auch die Unterstützung von Frau Schollier, fachlich als auch menschlich. Ohne sie hätten wir das alles nicht geschafft.
 

Was habt ihr aus dem Projekt denn fachlich und persönlich mitgenommen?

Fachlich haben wir sehr viel darüber gelernt, wie wissenschaftliches Arbeiten funktioniert: wie man Experimente sinnvoll plant, Ergebnisse dokumentiert und schriftliche Arbeiten verständlich formuliert.

Persönlich haben wir vor allem im Bereich Teamwork viel mitgenommen – Aufgaben sinnvoll verteilen, Prioritäten setzen und Arbeit fair aufteilen. Dazu kam der Umgang mit festen Deadlines. Alles in allem war das Projekt für uns eine sehr wertvolle Erfahrung.
 

Wie habt ihr euch gefühlt, als ihr eure Ergebnisse beim „Jugend forscht“-Regionalwettbewerb vor einer Jury präsentiert habt?

Im Vorfeld waren wir natürlich nervös, aber das Jurygespräch war dann überraschend locker und angenehm. Die Jurorinnen und Juroren haben aufmerksam zugehört und interessante Rückfragen gestellt. Dabei war bis zum Tag vorher noch unklar, ob unser Kompostersystem überhaupt funktionieren würde.

Erst am Abend vor dem Wettbewerb haben wir es geschafft, das gesamte System fertig zusammenzubauen und erfolgreich zu testen. Ein echtes Erfolgserlebnis. Gerade weil es in letzter Minute doch noch geklappt hat, war die Freude umso größer. Dieses Erfolgserlebnis hat uns das nötige Selbstvertrauen gegeben, um mit einem guten Gefühl in den Wettbewerb zu gehen.
 

Beim Landesfinale hat es dann zwar nicht ganz für den Sieg gereicht, dafür wurde eure Idee mit dem Sonderpreis Energie ausgezeichnet. Was bedeutet diese Auszeichnung für euch?

Wir freuen uns natürlich sehr und fühlen uns geehrt. Beim Wettbewerb waren viele starke Projekte dabei. Umso schöner ist es, zu erleben, dass sich die Arbeit der letzten Jahre gelohnt hat. Wir würden uns sehr freuen, wenn unsere Idee in Zukunft noch mal aufgegriffen und weiterentwickelt werden würde, vielleicht sogar in einem anderen Jugend-forscht-Projekt. Für uns steht jetzt erst mal das Abitur im Fokus.
 

Vielen lieben Dank für das Gespräch. Wir wünschen euch viel Erfolg für die bevorstehenden Abiturprüfungen und sind schon sehr gespannt, wohin euer Weg euch danach führt!

Die vier forschenden Schüler-/innen Jack Parameswaran, Dana Dalal, Fineas Kirchner und Raphael Theil.

Jack Parameswaran und Dana Dalal beim Regionalwettbewerb in Hanau.

Fineas Kirchner und Raphael Theil mit ihrem Prototyp zur Methangewinnung.