Zum Beispiel, was es heißt, Geduld zu haben. Oder wie es sich anfühlt, wenn ein Mensch beim Reden etwas länger nach Worten sucht.
Am Taunus Campus von @Phorms Frankfurt absolvieren Schülerinnen und Schüler der 9. Klasse ein soziales Jahr. Sie besuchen Senioreneinrichtungen, kommen mit den Bewohner-/innen ins Gespräch, backen oder basteln gemeinsam.
Ein Projekt, das seit acht Jahren fester Bestandteil des Schulkonzepts ist und Spuren hinterlässt. Bei denen, die begleiten. Und bei denen, die begleitet werden.
Darüber hinaus besuchen sie ein Hospiz und meistern einen sogenannten „Sensibilisierungsparcours“.
Was die Jugendlichen innerhalb dieses sozialen Jahres lernen, lässt sich nicht pauken. Es muss erlebt werden:
1. Perspektivwechsel
Im Hospiz, mit Altersanzug und Brille mit eingeschränktem Sichtfeld, erleben die Jugendlichen, wie sich das Alter anfühlen kann. Wie schnell man müde wird. Wie langsam ein Gang zur Tür sein kann.
Diese Erfahrung verändert: Ganz leise, aber tief.
2. Beziehung
In den Senioreneinrichtungen wird gespielt, gebastelt, gebacken. Aber es wird auch zugehört. Gefragt. Gegengefragt.
Hier entstehen Gespräche, für die es keinen Stundenplan, aber jede Menge Wirkung gibt.
Ein Schüler sagt:
„Ich habe gelernt, mich an Menschen anzupassen, um ein gutes Gespräch führen zu können.“
3. Verantwortung, die bleibt
Die Jugendlichen lernen, sich einzubringen. Ihre Komfortzone zu verlassen. Menschen zu begegnen, die anders sind.
Und sie begegnen sich dabei auch selbst in einer neuen Rolle.
Und das Projekt wächst weiter: Im kommenden Schuljahr wird es zwei neunte Klassen geben, die ihr soziales Jahr absolvieren. Für diese Erweiterung konnte der Campus bereits einen weiteren Kooperationspartner im Bereich Seniorenarbeit gewinnen.
Am Ende jedes Projektjahres stehen im Übrigen keine Tests, sondern Zeugnisse mit Bedeutung.
Und junge Menschen, die gereifter wirken als zuvor.
Denn manche Dinge lernt man eben nicht aus Büchern. Sondern von Menschen.